Das Fach Latein wird am Burggymnasium als erste und als zweite
Fremdsprache angeboten. Die Schülerinnen und Schüler beginnen also, wenn
sie sich für dieses Fach entscheiden, in der 5. oder 6. Jahrgangsstufe
mit Latein. Der Unterricht erfolgt je nach Jahrgangsstufe drei- bis fünfstündig. Auch die Anzahl der Klassenarbeiten richtet sich nach der
Jahrgangsstufe, pro Halbjahr werden zwei bis drei Klassenarbeiten
geschrieben.
Grundlage für die Spracherwerbsphase ist das Lehrwerk
"Lumina". Dieses Lateinbuch bietet neben ansprechend dargebotenen
Lektionen in sprachlicher Progression auch zahlreiche Sachinformationen
zur römischen Kultur und Geschichte und anschauliches Bildmaterial. In
der folgenden Lektürephase werden die Wortschatz- und
Grammatikkenntnisse an Originaltexten römischer Autoren (z. B. Phaedrus,
Martial, Curtius Rufus, Caesar, Cicero, Ovid) angewandt und vertieft.
Um
die römische Kultur auch "vor Ort" kennen zu lernen, finden Exkursionen
zum Archäologischen Park Xanten und in die Domschatzkammer des Essener
Doms in unmittelbarer Nachbarschaft des Burggymnasiums statt.
Darüber
hinaus haben interessierte Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an
altsprachlichen Wettbewerben teilzunehmen wie dem Bochumer Wettbewerb "Aus der Welt der Griechen", dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen oder dem
Certamen Carolinum.
Und es gibt noch eine Besonderheit für
Lateinschüler: Wer Latein seit der 5. Klasse lernt, hat die Möglichkeit, das "Latinum" nicht erst am Ende der 10., sondern bereits am Ende der 9. Klasse zu erwerben. Das Burggymnasium ist eines von wenigen Gymnasien in Nordrhein-Westfalen, die dies im Rahmen eines Modellversuchs ermöglichen.
Wozu Latein?
Ziele des Lateinunterrichts sind zunächst einmal die Fähigkeit der
sprachlichen und inhaltlichen Texterfassung. Daneben werden auch
muttersprachliche Kompetenzen gefördert, denn am Beispiel der
lateinischen Sprache werden viele Phänomene der Grammatik auch der
deutschen Sprache deutlich. Darüber hinaus wird das Ausdrucksvermögen
gesteigert. Gleichzeitig unterstützt das Erlernen der lateinischen
Sprache auch die Lernfähigkeit: Das "mikroskopische" Lesen beim
Übersetzen lateinischer Sätze ins Deutsche fordert und fördert
Genauigkeit, Ausdauer und sorgfältiges Arbeiten.
Durch das intra- und
interkulturelle Lesen wird der geistige Horizont in vielen verschiedenen
Themenbereichen erweitert. Die Texte antiker Autoren sind geeignet, das
europäische Bewusstsein zu vermitteln. Die Auseinandersetzung mit der
Antike befähigt zur "historischen Kommunikation". Dabei kann es
verblüffen, wie sehr die Probleme unserer heutigen Welt denjenigen der
Antike gleichen.
Im Unterschied zu allen anderen Schulfächern erhält man
nach erfolgreichem Lateinunterricht am Ende der 10. Klasse einen
qualifizierten Nachweis, das so genannte "Latinum". Das Latinum ist der Nachweis über lateinische
Sprachkenntnisse und damit eine Voraussetzung zahlreicher
geisteswissenschaftlicher Studiengänge an deutschen Hochschulen.
Wer
trotzdem noch unsicher ist, ob er das Fach Latein wählen will, ist
herzlich zum "Schnupperunterricht" für Grundschüler im Rahmen des Tages
des offenen Unterrichts eingeladen!
Aufgrund der Kooperation mit dem Viktoriagymnasium in der Qualifizierungsphase wird das Fach Latein zur Zeit auch in Grundkursen der Oberstufe unterrichtet und kann somit auch als Abiturfach gewählt werden.
Am 22. Mai 2009 waren die Lateinschülerinnen und -schüler der 7. Klassen mit Frau Stricker, Herrn Laumann und Herrn Brech in Xanten. Neben dem guten Wetter trug auch das neu eröffnete Römermuseum dazu bei, dass es ein gelungener Ausflug wurde, wie im folgenden Bericht eines Siebtklässers zu erfahren ist:
"Ich ahnte schon, dass es ein schöner
Ausflug werden würde, aber so schön hätte ich es mir nicht vorgestellt.
(…) Am Morgen trafen wir uns an der Schule und fuhren anschließend mit
einem Reisebus nach Xanten. Xanten liegt am Niederrhein in der Nähe von
Holland. In Xanten angekommen staunten wir alle sehr über den
Archäologischen Park. Dann führte uns eine Museumspädagogin durch den
Park. Sie berichtete unter anderem, dass es 400 Jahre dauern würde, die
antike Stadt Xanten (Colonia Ulpia Traiana) vollständig zu
rekonstruieren, da für den Wiederaufbau gründlich geforscht werden
müsste. So müsste man z. B. in Erfahrung bringen, wie hoch die Gebäude
waren, von denen sich nur die Fundamente erhalten haben. Ein römischer
Autor namens Vitruv hat ein Buch über die Architektur verfasst, das
hierzu einige Hinweise gibt. Außerdem kann man aber auch von der Größe
der Fundamente auf die ursprüngliche Höhe schließen. (…) Es war schön in
Xanten – ich würde den Archäologischen Park jederzeit noch einmal
besuchen!"
(Salih D., 7b, Mai 2009)
Sekundarstufe I:
Jg. 5-9 als erste Fremdsprache neben Englisch, vier-/fünfstündig
(SchülerInnen im Ausbildungsgang "Latein ab Klasse 5")
Jg. 6-9 als zweite Fremdsprache neben Englisch, drei-/vierstündig
(SchülerInnen im bilingualen Zweig / im Ausbildungsgang "Englisch intensiv")
Lehrwerk "Lumina"
Sekundarstufe II:
Grundkurse in Kooperation mit der Viktoria-Schule
Internationale Begegnungen:
Studienfahrt nach Rom (Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier.)
Den landesweit ausgeschriebenen Wettbewerb "Aus der Welt der Griechen" gewannen in 2012 die Burg-Schüler A. Burg, P. Horn und P. Zodrow mit ihrem Beitrag "Rhyton aus dem Schatz des Priamos".
Auch in 2009 siegten bereits Burg-Schüler: M. Ahorner, J. Linder und C. Kochai mit ihrem "Achilles-Rap". Einen ausführlichen Artikel der WAZ können Sie hier als pdf-Dokument einsehen.
Das Burggymnasium nimmt mit den Lateinklassen der 6. und 7. Jahrgangsstufe regelmäßig am Wettbewerb "Aus der Welt der Griechen" teil.
In der WAZ erschien am 14. September 2007 ein Artikel zur Bedeutung des Lateinunterrichts, in dem auch über Schülerinnen und Schüler des Burggymnasiums berichtet wird. Der Artikel kann hier als pdf-Dokument eingesehen werden.