Musik

Der Musikunterricht

Musik spielt am Burggymnasium eine wichtige Rolle: In den Sekundarstufen I und II lernen die Schülerinnen und Schüler Musik von allen Seiten kennen, wobei die unterschiedlichen Umgangsweisen stets miteinander verknüpft sind:

sie singen und musizieren,
sie erleben und hören Musik,
sie reflektieren über Musik und erwerben ein ästhetisches Urteilsvermögen.

Durch ständige Wechselbeziehung von Hörerlebnis und Reflexion, von Praxis und Theorie will der Musikunterricht Verstand und Gefühl ansprechen sowie fördern.

Musik wird in der Sekundarstufe I in mindestens drei Schuljahren jeweils zweistündig unterrichtet. In der Sekundarstufe II wird Musik als dreistündiger Grundkurs angeboten.

Unterrichtsgänge in das benachbarte Aalto-Musiktheater, in die Philharmonie oder in die zentral gelegene Musikbibliothek vervollständigen das Unterrichtsangebot:

Im Aalto-Musiktheater bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Arbeit hinter den Kulissen.
In der Musikbibliothek trainieren die Schülerinnen und Schüler gezieltes und differenziertes Recherchieren von Medien z. B. für das Ausarbeiten von Referaten und Portfolios.
Über den Unterricht hinaus werden freiwillige Besuche von Konzertaufführungen angeboten.

Die Bläserklasse und die Musik-AGs

Neben den planmäßigen Unterrichtsstunden im Fach Musik werden mehrere Musik-AGs für verschiedene Jahrgangsstufen und eine Bläserklasse in den Klassen 5/6 angeboten. Diese Angebote bilden eine sinnvolle und praktische Fortführung der musikalischen Arbeit des "JeKi-Projektes", an dem viele Schülerinnen und Schüler in ihrer Grundschule teilgenommen haben.

Das Besondere an der Bläserklasse ist Folgendes: Nach dem Motto "Lernen mit Kopf, Herz und Hand" bekommen die Schülerinnen und Schüler zusätzlich zu den beiden planmäßigen Unterrichtsstunden in einer Kleingruppe eine Stunde Instrumentalunterricht (Querflöte, Klarinette, Fagott, Trompete oder Posaune) bei einer Lehrkraft der Folkwang-Musikschule Essen. Eine weitere Unterrichtsstunde fördert das gemeinsame Spiel im Ensemble, indem kleinere Musikstücke musiziert werden. Dafür entstehen derzeit folgende Kosten: 26 € pro Monat (halbjährlich 126 €) als Unterrichtsgebühr und monatlich 20 € bis 30 € als Kosten für ein Leihinstrument.
Ausführliche Informationen zur Bläserklasse erhalten Sie weiter unten auf dieser Seite oder bei Frau Dr. Wehrend.

Kostenlos, aber besonders wertvoll sind die verschiedenen Musik-AGs.

Im Unterstufenchor können alle Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen mitsingen, die Freude am gemeinsamen Singen haben. Im Laufe des Schuljahres werden Lieder aus verschiedenen Musikgenres erlernt. Eine Vorerfahrung der Schülerinnen und Schüler ist für die AG nicht notwendig.

Für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5-8 gibt es das Vororchester. Dieses Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die schon ein Instrument erlernt haben und verhältnismäßig gut die Notenschrift beherrschen.

Die BigBand, die meist mit Trompeten, Klarinetten, Posaunen, Saxophonen, Klavier und Schlagzeug besetzt ist, spielt ein typisches Big-Band-Programm und agiert in zunehmenden Maße eigenverantwortlich.

Die größte Formation ist das Burgorchester, in dem Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgangsstufen mitspielen, die über entsprechende instrumentale Fertigkeiten verfügen und bereit sind, sich zeitlich und mit Freude musikalisch zu engagieren.

Bläserklasse und Musik-AGs sind als musikalisches Förderkonzept im Schulprogramm integriert. Hier finden Sie das musikalische Förderkonzept am Burggymnasium im Überblick (für Kinder am Ende des 4. Grundschuljahres mit Interesse an musikalischer Förderung).

Dr. A. Wehrend

Bläserklasse - in Kooperation mit der Folkwangmusikschule Essen

Das Konzept der Bläserklasse ermöglicht musikalisch motivierten Kindern, ohne Vorkenntnisse innerhalb einer Gruppe ein Blasinstrument zu erlernen.

Alle Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse haben zu Beginn des 5. Schuljahres die Möglichkeit, im Rahmen eines Instrumentenkarussells zwei bis drei Wochen lang verschiedene Blasinstrumente unter Beobachtung der jeweiligen Instrumentalpädagogen auszuprobieren. Anhand ihrer Beobachtungen entscheiden dann die Instrumentalpädagogen, welches Kind für welches Blasinstrument am besten geeignet ist. Instrumentalwünsche des Kindes können dann erfüllt werden, wenn laut Ansicht der jeweiligen Instrumentalpädagogen entsprechende Anlagen vorhanden sind.

Ziel ist es, ein funktionierendes kleines Blasorchester zu bilden, das sofort als Ensemble miteinander musizieren kann. Weil wir an unserer Schule Orchesterinstrumente fördern möchten, bieten wir folgende Blasinstrumente an: Querflöte, Klarinette, Trompete, Posaune und Fagott. 

In der Bläserklasse wird im 5. und 6. Schuljahr der herkömmliche zweistündige Musikunterricht durch folgendes Unterrichtsmodell erweitert:

Die Schülerinnen und Schüler erhalten
 
im Vormittagsbereich

  • 45 Minuten Instrumentalunterricht in einer Kleingruppe von max. 5 bis 6 Kindern, erteilt von den entsprechenden Instrumentalpädagogen der Folkwangmusikschule in den Räumen der unmittelbar angrenzenden Volkshochschule.
  • 45 Minuten Ensembleunterricht, erteilt im Team von allen Instrumentalpädagogen und einem Musiklehrer des Burggymnasiums in der Aula des Burggymnasiums.

 im Vormittags- oder Nachmittagsbereich

  • 90 Minuten Klassenunterricht, erteilt von einem Musiklehrer des Burggymnasiums.

Die Kosten für den Instrumentalunterricht betragen derzeit 26 Euro pro Monat bzw. 126 Euro pro Schulhalbjahr und sind halbjährlich an die Folkwangmusikschule zu überweisen. Die Kosten für die Leihinstrumente schwanken je nach Instrument – im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Euro pro Monat zuzüglich Instrumentenversicherung von ca. 2 bis maximal 4 Euro pro Monat.

Soll der Instrumentalunterricht nach Ablauf der Bläserklasse bei einem Instrumentalpädagogen der Folkwang-Musikschule fortgesetzt werden, können hierzu unsere Räume im Nachmittagsbereich genutzt werden.

Musizieren macht Spaß, fördert die kreativen Möglichkeiten und nicht zuletzt auch die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder. Klassenmusizieren intensiviert nicht nur musikalisches Lernen, sondern fördert darüber hinaus das ganzheitliche Lernen mit "Kopf, Herz und Hand", die Koordination beider Hirnhemisphären, die Konzentrationsfähigkeit, Disziplin und Ausdauer, soziale Kompetenzen, Problemlösungskompetenzen, Teamfähigkeit und Feinmotorik, das Sozialklima und den Gruppenzusammenhalt innerhalb einer Klasse.

Somit verbessert das Klassenmusizieren die emotionale Befindlichkeit unserer Kinder und stärkt ihr Selbstbewusstsein, was auch zur Reduzierung von Angsterleben führen kann.

Bei der Anmeldung am Burggymnasium können Eltern die Aufnahme ihres Kindes in die Bläserklasse beantragen.

Weitere Informationen können der Homepage der Folkwangmusikschule entnommen werden.

Dr. A. Wehrend

Auftritt der Bläserklasse 6a in der Philharmonie

Einen Nachmittag voller Musik präsentierten Folkwang Musikschule (FMS) und Philharmonie Essen in einer Kooperationsveranstaltung am 11. November 2017.

Neben zahlreichen anderen Ensembles trat auch unsere Bläserklasse 6a als Kooperationspartner der FMS auf. Mit einem abwechslungsreichen Programm präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker ihr Können im RWE Pavillon.
Eröffnet wurde der Auftritt mit dem israelischen Volkslied "Kol Do Di".
Im Anschluss folgte das allseits bekannte Lied "Old Mac Donald Had A Farm".
Großen Applaus erhielt die Bläserklasse für ihre Interpretation zweier bekannter Melodien aus "Star Wars", komponiert von John Williams.
Den Abschluss machte eine Instrumentalkomposition des Mülheimer Komponisten Helge Borgarts. Der Titel "Close To Mars", der zum Handyspiel "Bring Them Home" gehört, wurde von den Schülerinnen und Schülern sehr engagiert und überzeugend vorgetragen. Diese Musik fand beim Publikum ebenfalls einen sehr großen Anklang.

Weitere Informationen zum Philharmonietag finden Sie hier als pdf.

Dr. A. Wehrend

Musik - warum ?

"Musik ist Balsam für die Seele und Erholung für den Geist."
(Achim Schmidtmann)

Aus wissenschaftlichen Studien weiß man, dass die aktive Beschäftigung mit Musik die geistigen Fähigkeiten fördert, sowie Teamfähigkeit, Integrationsfähigkeit und soziale Kompetenzen durch Musik günstig beeinflusst werden. Auf diese Weise erhält die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit entscheidende Impulse. Darüber hinaus sollte man sich stets vor Augen halten: Musik ist ein umfassendes, lebenslang abrufbares Mittel zur Bewältigung des Alltagsstresses. Musik fördert die Kreativität. Musizieren macht glücklich!

Dr. A. Wehrend

Eckpunkte

Der Musikunterricht

Sekundarstufe I:
in mindestens drei Schuljahren jeweils zweistündig

Sekundarstufe II:
Grundkurse

Die Bläserklasse

Das Konzept der Bläserklasse ermöglicht musikalisch motivierten Kindern, ohne Vorkenntnisse innerhalb einer Gruppe ein Blasinstrument zu erlernen.

In der Bläserklasse wird im 5. und 6. Schuljahr der herkömmliche zweistündige Musikunterricht durch folgendes Unterrichtsmodell erweitert:

Die Schülerinnen und Schüler erhalten
45 Minuten Instrumentalunterricht
in einer Kleingruppe von maximal sechs Kindern,
45 Minuten Ensembleunterricht,
90 Minuten Klassenunterricht.

Die Musik-AGs

Unterstufenchor
Vororchester
BigBand
Burgorchester

Das musikalische Förderkonzept am Burggymnasium im Überblick (für Kinder am Ende des 4. Grundschuljahres mit Interesse an musikalischer Förderung).

Ansprechpartnerin: Dr. A. Wehrend

Wie kommen Emotionen ins PC-Spiel? – Game-Music-Workshop in der Herbstakademie 2017

Im diesjährigen Game-Music-Workshop ging es um die Entwicklung von adaptiver Musik, die klar definierte Emotionen ausdrücken sollte.

Unter der Leitung des Mülheimer Komponisten und Musikproduzenten Helge Borgarts stellte sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Herausforderung, Klänge bzw. Musik zu den Emotionen "Spannung" und "Entspannung", "Kampf" und "Liebe" zu entwickeln. In einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit sollten diese vier verschiedenen emotionalen Stimmungen komponiert und danach separat aufgenommen werden.
Die zu produzierende Musik hatte drei Kriterien zu erfüllen: Sie sollte ca. 60 Sekunden lang sein, die Emotionen perfekt widerspiegeln und dazu loopfähig sein, d. h. es sollte am Ende der 60 Sekunden möglich sein, die Musik nahtlos wieder von vorne beginnen zu lassen. In einer Inputphase wurde die Gruppe dahingehend sensibilisiert, in ihrer Produktionsphase genau über die Wahl der Instrumente, die Klangfarbe, das Tempo und die Lautstärke nachzudenken. Ferner ermutigte Helge Borgarts die Gruppe dazu, Instrumente unkonventionell zu benutzen, um auf diese Weise ganz neuartige Klänge entdecken und entwickeln zu können.

Mit Musikinstrumenten wie z. B. Synthesizer, Klavier, Gitarre, Chimes, Trommel, Pauken, Cajon, Glockenspiel, Xylophon, Querflöte, einem Laptop mit spezieller Software, einem Aufnahmemikro, viel Experimentierfreude und kreativer Begeisterung begaben sich die Schülerinnen und Schüler an die Arbeit.
 
Dabei machte die Gruppe eine grundlegende Erfahrung: Für die Entwicklung einer loopfähigen Hintergrundmusik benötigt man als Produzent viele kreative Ideen, einen feinen Spürsinn für den Zusammenhang zwischen Klang und gewollter emotionaler Stimmung und unendlich viel Zeit sowie Geduld, um für den Auftraggeber ein überzeugendes Ergebnis präsentieren zu können. Auf der Suche nach außergewöhnlichen Klängen benötigt man jedoch auch viel Mut, Instrumenten einmal anders als gewohnt Klänge zu entlocken. Genau das zeigt das Hörbeispiel "Spannung". Das Wichtigste aber war vielleicht die Erkenntnis, dass es bei der Gestaltung von Musik für ein Spiel nicht zwingend darauf ankommt, seine eigenen künstlerischen Vorstellungen zu realisieren, sondern sachdienlich genau das umzusetzen, was in der gegebenen Aufgabenstellung von dem Entwickler gefordert wurde.
 
Die vier kleinen Hörbeispiele zeigen, dass genau dies der Gruppe ausgezeichnet gelungen ist.

Spannung

Entspannung

Liebe

Kampf


 H. Borgarts, Dr. A. Wehrend

Wie kann Gamemusik auf die Spielentwicklung reagieren? – Game-Music-Workshop in der Herbstakademie 2016

Unter der Leitung des Mülheimer Komponisten und Musikproduzenten Helge Borgarts stellte sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Herausforderung, adaptive Musik für einen Ausschnitt aus dem Computerspiel "Tiger & Chicken" zu schreiben. Dabei war die Besonderheit, dass die Musik auf die individuellen Handlungen des Spielers reagieren und sich damit an das aktuelle Spielgeschehen anpassen muss. Dafür mussten die Schülerinnen und Schüler verschiedene musikalische Szenarien bereitstellen, die an unterschiedlichen Stellen und zu verschiedenen Zeitpunkten im Spiel abgespielt werden konnten.
 
In Gruppen sollten vier verschiedene emotionale Stimmungen komponiert und danach separat aufgenommen werden:

Erkundung

Spannung

Kampf

Entspannung

Arbeitsziel war es, mit diesen verschiedenen Stücken unterschiedliche musikalische Szenarien zu schaffen, die dann mit einer speziellen Software in den Spielverlauf eingeblendet werden konnten: Je nachdem, welchen Punkt der Spieler im Game erreicht, klingt es mehr oder weniger bedrohlich, kämpferisch oder lyrisch.
 
Für das Ausgangsmaterial mussten alle vier Gruppen eine ca. 60 sec dauernde loopfähige Musik schreiben, die immer wieder im Hintergrund erklingen soll, ohne mit Aufdringlichkeit den Spieler zu nerven. Des Weiteren sollten zwei Soundeffekte integriert werden.


 

Mit Musikinstrumenten wie z.B. Kontrabass, E-Gitarre, Drum-Set, Klavier, einem Klangspiel, einem Laptop mit spezieller Software, einem Aufnahmemikro und Experimentierfreude begaben sich die Schülerinnen und Schüler an die Arbeit. Dabei machte die Gruppen eine grundlegende Erfahrung: Für die Entwicklung einer loopfähigen Hintergrundmusik benötigt man als Produzent viele kreative Ideen, einen feinen Spürsinn für den Zusammenhang zwischen Klang und gewollter emotionaler Stimmung und unendlich viel Zeit sowie Geduld, um für den Auftraggeber ein überzeugendes Ergebnis präsentieren zu können. Das Wichtigste aber war vielleicht die Erkenntnis, dass es bei der Gestaltung von Musik für ein Spiel nicht zwingend darauf ankommt seine eigenen künstlerischen Vorstellungen zu realisieren, sondern sachdienlich genau das umzusetzen, was in der gegebenen Aufgabenstellung von dem Entwickler gefordert wurde.
 
Die vier kleinen Hörbeispiele zeigen, dass genau dies der Gruppe exzellent gelungen ist.
 
H. Borgarts, Dr. A. Wehrend

Burgaula wurde zum Tonstudio – Nachklänge zur CD-Aufnahme des Chinesisch-Chores

Am 12. und 13. März 2016 verwandelte sich unsere Burgaula für zwei Tage in ein Tonstudio. Wir hatten etwas Großartiges vor: Wir wollten 15 Titel unseres chinesisch-deutschen Liedrepertoires als CD aufnehmen.

Wie kam es zu diesem Vorhaben? Der Chinesisch-Kurs Q 2, der vor zwei Jahren die Keimzelle des heutigen Chinesisch-Chores bildete, wollte gerne die gemeinsam erarbeiteten Lieder in Erinnerung behalten. So entstand die Idee, das auf vielen Konzerten vorgesungene Liedrepertoire auf einer CD zu konservieren. Mit finanzieller Unterstützung des Konfuzius-Institutes Duisburg konnte nun die Idee realisiert werden.
 
An diesem Wochenende lernten alle Beteiligten, was alles zu beachten ist, damit eine professionelle Tonaufnahme produziert werden kann.
Zunächst mussten bestimmte äußere Rahmenbedingungen erfüllt werden:
Um den Raum einigermaßen schalldicht zu bekommen, hatte das Ausschalten störender Nebengeräusche oberste Priorität: Damit das Summen der Transformatoren hinter der Bühne nicht zu hören war, wurde der Bühnenvorhang zugezogen, zur Abschirmung von lauten Außengeräuschen wurden die schweren Fenstervorhänge geschlossen. Damit der frisch gestimmte Flügel seine Intonation hielt, durfte nicht gelüftet werden.
Eine gute Stunde lang bauten anschließend Helge Borgarts und Andreas Kolinski, beide Tontechniker, Musikproduzenten und Komponisten in Personalunion, die notwendige Tontechnik auf.

Nach einer intensiven Einsingphase begannen dann die ersten Aufnahmen mit dem Chor. Schnell wurde allen Beteiligten klar, dass ein ausgesprochen mühsamer Weg vor uns lag – mit den Worten von Xavier Naidoo ausgedrückt: "Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer."

"und bitte …" – wie oft haben wir diese Worte gehört, die uns signalisierten, dass die Tonaufnahme beginnt. Es gab tausend Gründe, um zum xten Mal die Aufnahme zu wiederholen: Die Dielen des Aulabodens haben geknarzt, ein Handy hat geklingelt, Kirchenglocken haben geläutet, ein Auto ist mit heulendem Motor die Dellbrügge runtergerauscht, die Kaffeemaschine hat getröpfelt, einer hat zu geräuschvoll das Notenblatt bewegt, ein anderer musste husten, ein chinesisches Wort wurde falsch ausgesprochen, der Pianist spielte eine falsche Kadenz, jemand hat sich versungen, die Stimmen waren nicht zusammen, die Intonation der Stimmen untereinander war unsauber, die Solosänger haben falsch geatmet, die Dynamik stimmte nicht, der Gesamtklang war zu lasch … Manche Lieder wurden deshalb 10 bis 15mal in Folge aufgenommen.
 "Bewegt euch nicht." … "Bleibt ganz still."… "Schließt die Augen beim Klaviervorspiel und bleibt konzentriert." … Stille – und dann ein freundlich-ruhiges "und bitte ..." 
Irgendwann kam dann der magische Moment, in dem alles gelang, in dem jede einzelne Sängerin und jeder einzelne Sänger die Power des Chores spüren konnte – und das war immer ein Motivationsschub, um die nächste Aufnahmekrise heil zu überstehen.

"Das war mit das anstrengendste Wochenende, das ich je erlebt habe! Man glaubt, Singen ist einfach und am Ende verlangt es einem ALLES ab. Und trotzdem habe ich jede Sekunde mit dem Chor genossen, vor allem, weil es für mich und viele andere die letzten sein werden. Die Power des Chores zu spüren, wenn wir singen, ist der Wahnsinn. Das war ein wunderbarer Abschluss für meine Schulzeit." Mit diesen Worten beschreibt die Abiturientin Camilla Hermeth eine Erfahrung, die wir alle auf der Bühne erleben durften.
 
Dank an den ganzen Chor, der mit großem Engagement und hervorragender Leistungsbereitschaft zum Gelingen der CD-Einspielung beigetragen hat.
Ein ganz besonderer Dank gilt unserem Pianisten Patrick Martin, der alle 15 Lieder aus dem Kopf mit fantasievollen Figuren und Akkorden am Flügel begleitet hat.
Bester Dank an Frau Chen Yu, die für die Stimmbildung verantwortlich war.
Allerherzlichster Dank an Andreas Kolinski und Helge Borgarts, die mit herzerfrischender Freundlichkeit, viel Geduld und Ruhe unsere Chormarotten ertragen sowie mit professionellem Spürsinn die jeweils beste Einspielung eines Liedes ausfindig gemacht haben.
 
Dr. Anja Wehrend

Wie kommt Musik ins Spiel? – Games-Music-Workshop in der Herbstakademie 2015

Unter der Leitung des Mülheimer Komponisten und Musikproduzenten Helge Borgarts stellte sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Herausforderung, Musik ins (Computer)-Spiel zu bringen.

Um zu zeigen, vor welche Herausforderungen ein angehender Komponist für Spielemusik gestellt wird, brachte Helge Borgarts zwei konkrete Kompositionsaufgaben mit, denen reale Projekte zugrunde lagen:

Zum einen die Aufgabe, aus dem PC-Spiel "Tiger & Chicken" eine 30 sec dauernde filmische Spielsequenz - "Girl's Death" - zu vertonen:

Moorhuhn und Crazy Chicken sind eingetragene Marken der phenomedia publishing GmbH.

Zum anderen die Aufgabe, eine 120 sec dauernde loopfähige Musik zu schreiben, die immer wieder im Hintergrund erklingen soll, ohne mit Aufdringlichkeit den Spieler zu nerven:

Mit Musikinstrumenten wie z. B. Gong, Horn, Trommel, Querflöte, einem Laptop mit spezieller Software, einem Aufnahmemikro und Experimentierfreude begaben sich die Schülerinnen und Schüler an die Arbeit. Dabei machte die Gruppe eine grundlegende Erfahrung: Für die Entwicklung eines optimal und punktgenau zu einer Szene passenden Klangbildes oder eben einer loopfähigen Hintergrundmusik benötigt man als Produzent viele kreative Ideen, einen feinen Spürsinn für den Zusammenhang zwischen Klang und Szene und unendlich viel Zeit sowie Geduld, um dem Auftraggeber ein überzeugendes Ergebnis präsentieren zu können. Das Wichtigste aber war vielleicht die Erkenntnis, dass es bei der Gestaltung von Musik für ein Spiel oder einen Film nicht zwingend darauf ankommt, seine eigenen künstlerischen Vorstellungen zu realisieren, sondern sachdienlich genau das umzusetzen, was in der vorliegenden Aufgabenstellung von dem Entwickler oder Regisseur gefordert wurde.

Der kleine Filmausschnitt und die Tonsequenz zeigen, dass genau dies der Gruppe mit Bravour gelungen ist.

H. Borgarts und Dr. A. Wehrend

Konzertbesuch in Köln

Am 20. August 2015 ließ das Burgorchester zu einem ganz besonderen Anlass die Probe ausfallen. Denn der Mülheimer Komponist Helge Borgarts, welcher auch schon beim letzten Burgkonzert mit dem Orchester zusammengearbeitet hatte, hatte zu einem Konzert in das WDR Rundfunkhaus nach Köln eingeladen, welches im Rahmen der diesjährigen "SoundTrack Cologne 12" stattfand.

Dort erwartete uns ein Klangerlebnis der ganz besonderen Art. Denn der US-amerikanische Filmkomponist Jeff Rona und der britische Cellist Peter Gregson präsentierten zusammen mit Helge Borgarts und Andreas Kolinski ein einzigartiges cineastisches Klang- und Bilderlebnis. Die minimalistisch geprägten Stücke, gemischt aus ethnischen Elementen und interessanten elektronischen Klängen, hatten auf das Publikum eine fast hypnotische Wirkung. Und so war es auch kein Wunder, dass der eine oder andere sehr tief in die Musik hineinsank.

Nach dem 90-minütigen Konzert hatten wir noch die Gelegenheit, mit den Komponisten und Mitwirkenden interessante Gespräche zu führen. Dieses Konzerterlebnis wird vielen sicherlich lange in Erinnerung bleiben.
 
T. Spors, Abiturientia 2016