Über zwei Jahre hinweg beteiligte sich das Burggymnasium zusammen mit
Schulen aus Leeds/Großbritannien und Pecs/Ungarn an einem
Comenius-Projekt, mit dem Titel "Cities of Tomorrow".
Schülerinnen und Schüler der drei Schulen haben in der Projektarbeit die
Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Hinblick auf die Entwicklung der
drei betroffenen Regionen bzw. der genannten Städte erkundet,
dokumentiert und Modelle für Problemlösungen sowie eigene kreative
Vorstellungen für die Städte von morgen entwickelt.
Eine wesentliche Zielsetzung des Projektes war es, die Schülerinnen und
Schüler für die Probleme der Städte in der Zukunft zu sensibilisieren
und sie mit Alternativen für deren Lösung zu konfrontieren. Dabei kam es
weniger darauf an, hoch anspruchsvolle und universitär-akademische
"Ideallösungen" für diese Probleme zu finden, sondern zu vermitteln,
dass die jungen Leute von heute die Städte von morgen verkörpern und sie
anzuregen, sich an der Gestaltung des Stadtraumes und der städtischen
Kultur aktiv und engagiert zu beteiligen.
In einer Abschluss-Präsentation am Freitag, den 27.05.2011, von 9.00 bis
ca. 13.00 Uhr, in der Aula des Burggymnasiums Essen, wurden die
Ergebnisse des gesamten Projektes der Öffentlichkeit vorgestellt und die
allgemeine Problematik diskutiert. Um der Präsentation eine zusätzliche
Dimension zu verleihen, wurden die Projektergebnisse der Schüler durch
einen Beitrag von Herrn Prof. Dr. H. W. Wehling von der Universität
Duisburg-Essen aus der Sicht der Wissenschaft ergänzt. Ein weiterer
interessanter Beitrag wurde von Herrn Klaus Müller aus dem
Projektleiterteam von "Innovation City Bottrop" vorgetragen. Unseren
Schülern wurden dadurch weitere Perspektiven für den Umgang mit der
Thematik der "Städte von morgen" eröffnet.
G. Naumann
Im Rahmen des Kunst-Politik-Unterrichts haben wir, Schüler der 9ten
Jahrgangsstufe des Burggymnasiums, Collagen zu dem Thema "Meine Stadt,
Mein Stadtteil" erstellt. Diese sollten nun an dem internationalen
Wettbewerb "Meine Stadt" (polnisch "Moje Miasto") in Zabrze teilnehmen.
Paula Goczick und ich, Luisa Menzemer, hatten die Ehre, gemeinsam mit
Frau Hülsbusch und Frau Steffen nach Polen in die Stadt Zabrze zu
fahren, um dort unsere Kunstwerke der Jury zu überreichen und unsere
Schule zu repräsentieren.
Ohne genauere Vorstellungen, was uns erwartet, starteten wir am
Donnerstag, den 9. Juni 2011, in aller Frühe unsere Reise ins Ungewisse.
In Kattowitz angekommen, verbrachten wir zunächst einen wunderschönen
Tag in Krakau. Wir besichtigten im Schnelldurchlauf die zauberhaftesten
Plätze und Gebäude der Stadt und konnten gar nicht aufhören, über die
kulturell und historisch wichtigen Sehenswürdigkeiten zu staunen.
Die anschließende Fahrt von Krakau nach Zabrze nutzten wir, um schon die
ersten Brocken Polnisch zu lernen. Somit konnten Paula und ich uns bei
der Ankunft am Hotel direkt mit einem fröhlichen "dziekuje" für die
Gastfreundschaft bedanken.
Bei einem typisch polnischen Abendessen lernten wir unsere
internationalen Mitstreiter aus Polen, der Ukraine, Norwegen und
Tschechien kennen. Es zeigte sich, dass unsere Englischkenntnisse sehr
nützlich waren und die Kommunikation erheblich erleichterten.
Am nächsten Morgen besuchten wir ein Kunst-Festival in einer riesigen
Turnhalle. Dort durften wir mehreren hundert Schülern aus ganz Polen
beim Zeichnen von Modellen zuschauen.
Am Nachmittag war dann die eigentliche Preisverleihung. Vorab wurde uns
ein Ballett von Schülern vorgeführt und jede Teilnehmergruppe hielt eine
kurze Präsentation über die kulturellen Initiativen und
Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt. Dann war es soweit, die Jury gab die
Gewinner des Wettbewerbs bekannt. Und tatsächlich! Unsere Schule hatte
den 3. Platz belegt. Unser Preis, ein mit einer kleinen Weltkugel
gekrönter Pokal, kann nun in der Vitrine im ersten Stock bewundert
werden.
Doch damit nicht genug. Am Abend durften wir noch einen Blick hinter die
Kulissen einer polnischen Schule werfen. Und am nächsten Tag, leider
schon unserem letzten, wurden uns noch die kulturell wichtigen
Institutionen der Stadt gezeigt. Wir haben eine Künstlerschule und eine
Tanzhochschule besichtigt, ein Interview für den lokalen Sender von
Zabrze gegeben und sind zum Schluss noch durch ein Jugendzentrum geführt
worden, wo ein weltbekannter Jugendchor für uns gesungen hat.
Dann mussten wir uns auch schon wieder auf den Weg in die Heimat machen.
Im Gegensatz zur Hinfahrt hatten wir nun jede Menge neue Erfahrungen
und Erlebnisse, einen kleinen Wortschatz Polnisch, unseren Gewinn und
ganz viele schöne Fotos im Gepäck.
Diese Reise war ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe viel über die
polnische Kultur und Geschichte gelernt und konnte mich trotz einiger
kommunikativer Probleme mit den anderen Teilnehmern austauschen. Es war
spannend zu erfahren und zu vergleichen, mit welchen kulturellen
Problemen andere Städte zu kämpfen haben, und welche Initiativen
ergriffen und Fortschritte gemacht werden. Vielen Dank, dass ich dabei
sein durfte!
L. Menzemer
Eine Gruppe von vier Schülern unserer Schule hat als eine von insgesamt
12 Delegationen aus 10 Ländern im Mai 2011 am internationalen Projekt
"Marco & Alberto Ippolito" in Reggio/Calabria, Italien,
teilgenommen.
C. Pflüger berichtet von seinen Erfahrungen:
"Das Projekt 'Marco & Alberto Ippolito' war eine der besten
Erfahrungen meiner bisherigen Schullaufbahn am Burggymnasium. Besonders
die internationale Zusammenarbeit mit Jugendlichen hat mich fasziniert,
als es z. B. darum ging, zusammen ein Logo zum Thema 'Legalität' zu
entwerfen. In einer Gruppe von zwölf Schülern unterschiedlicher Nationen
haben wir uns problemlos verstanden und uns austauschen können. Nur in
dieser Zusammenarbeit, nur im Team waren wir erfolgreich, weil wir viele
unterschiedliche Ideen zusammengetragen und auf einen gemeinsamen
Nenner gebracht haben.
Dieses Projekt ermöglicht es Jugendlichen aus unterschiedlichen
Nationen, unabhängig von ihrer Herkunft, zusammen zu kommen und etwas
miteinander zu gestalten. Und auch die Tatsache, dass bei dem Projekt
nicht nur auf die Arbeit, sondern auch auf das Zwischenmenschliche
geachtet wurde, hat mir sehr gefallen. Dass die Nationalitäten bei der
Zimmerbelegung durcheinander gewürfelt wurden, führte dazu, dass sich
schnell neue Freundschaften bildeten. Man unternahm eine
Besichtigungstour in die interessante Umgebung von Reggio, wir haben
viel und reichlich italienisch gegessen, uns viel unterhalten,
geplaudert und gelacht.
Als wir schließlich bei der Preisverleihung gleich zwei Preise für
unsere Bilder zum Thema 'Legalität' abräumten, war die ganze Sache
perfekt. Auch unser Kurzfilm über 'Legalität' hat sehr viel Zuspruch
erfahren. Der Film handelt von Verstößen gegen Gesetze im Alltag und
möglichen Lösungsansätzen.
Und obwohl es nur wenige Tage waren, die wir in Reggio di Calabria
verbrachten, haben wir viele neue, unvergessliche Eindrücke sammeln
können. Wir tauschten uns gegenseitig über die unterschiedlichsten
Themen aus, wir erfuhren sehr viel über die jeweiligen anderen Kulturen
und Gewohnheiten der Menschen. Die Kooperation und der Austausch über
Unterschiede und Gemeinsamkeiten waren für mich die wichtigsten Gewinne
des Projekts 'Marco & Alberto Ippolito'. Neben der Zusammenarbeit
war die Begegnung mit anderen Jugendlichen die wichtigste und positivste
Erfahrung der schönen Zeit in Reggio die Calabria.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich sehr dankbar und sehr glücklich
über die Teilnahme an dem faszinierenden Projekt 'Marco & Alberto
Ippolito' bin. Diese Tage waren für mich eine ganz besondere und
interessante Erfahrung."
C. Pflüger, R. Liebwerth
EMS ist ein Projekt der Europäischen Union: Studenten unterschiedlicher
Länder, die in Deutschland studieren, führen mit Klassen
unterschiedlicher Schultypen kleine Projekte durch. EMS verfolgt zwei
Ziele: den Studierenden die Möglichkeit zu geben, durch ihre Projekte
Erfahrungen mit deutschen Schülern zu sammeln und die deutschen Schüler
mit ausländischen Studierenden bekannt zu machen und ihnen etwas über
deren Herkunftsländer zu vermitteln.
Am Burggymnasium nahm die Klasse 9a am Projekt EMS teil. Mathilde
Lansiart aus Lille/Frankreich hatte der Klasse an einem Tag im Mai ihr
Herkunftsland Frankreich vorgestellt und kleine Themenbereiche mit den
Schülern erarbeitet. Das ausgewogene Programm begann mit einem
französischen Frühstück, danach wurde den Schülern etwas über die
französische Geschichte, berühmte Persönlichkeiten und die französische
Musik berichtet. Diese verschiedenen Aufgabenthemen bearbeiteten die
Schüler in Gruppenarbeit und stellten sie anschießend zunächst in der
Klasse vor: der Prozess zur Verurteilung Ludwig des XVI. während der
französischen Revolution wurde nachgespielt, viele französische
Musikstücke wurden angehört, ein absurdes Theaterstück wurde
vorgetragen, das sich mit berühmten Persönlichkeiten Frankreichs
auseinandersetzte. Ein weiteres Thema war die Präsentation der
Unterschiede zwischen den Städten Essen und Lille. An diesem Tag hatten
die Schüler genügend Zeit, mithilfe der vielen, von Mathilde
mitgebrachten Materialien möglichst viele Informationen über ihr Thema
zu finden und eine kleine Präsentation vorzubereiten. Gefallen hat den
Schülern vor allem die abwechslungsreiche und für sie neue Projektarbeit
sowie die Möglichkeit des direkten Gesprächs mit einer Person aus einem
Land, dessen Sprache sie noch lernen.
Am 10.05.2011 trafen aus allen Schulen alle Schulklassen, die am Projekt
teilgenommen hatten in der Aula des Burggymnasiums zusammen, um ihre
Eindrücke und Projektergebnisse vorzustellen.
Die in vielerlei Hinsicht äußerst gelungene Veranstaltung wurde von der
Schulleiterin Petra Schnell-Klöppel eröffnet. Frau Weber, Herr Sinha und
Herr Schmidt hatten die Klasse 9a zuvor bei der Durchführung des
Projektes betreut.
E. Trübner