Geschichte

Schule im Ersten Weltkrieg

"Eisern ist die Zeit und gewaltig ist das Schicksal."

(OB Holle, 2. September 1914)

 

Im Rahmen der Bildungspartnerschaft zwischen dem Haus der Essener Geschichte und dem Burggymnasiumerarbeiteten Schülerinnen und Schüler des Geschichtszusatzkurses eine Ausstellung zum Thema "Schule im Ersten Weltkrieg".

 

Anhand von Archivalien aus dem Stadtarchiv wie historischen Zeitungsberichten, Tagebüchern, Biographien, Briefen und Fotografien, erforschten sie die Auswirkungen des Krieges auf das alltägliche Leben der damaligen Kinder und Jugendlichen. Begeisterung und patriotische Gesinnung wurden bald verdrängt von Sorgen des alltäglichen Lebens oder der Angst um den Vater und den Bruder an der Front.

 

Als beispielhaftes Schülerprojekt wurde die erarbeitete Ausstellung "Eisern ist die Zeit und gewaltig ist das Schicksal" auf dem Historischen Portal Essen publiziert.

 

Damit bleibt das "besonders schöne Beispiel für die Förderung von Erinnerungskultur", so Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, auch weiterhin einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Ein nachhaltiger Beleg für die Fruchtbarkeit der ersten Bildungspartnerschaft des Hauses der Essener Geschichte mit einer Essener Schule.

 

Begleitet wurde die Arbeit der SchülerInnen von der Archivpädagogin Monika Josten und der Studienrätin Brigitte Sternberg.



„Wenn nur noch Steine bleiben“

„Wenn nur noch Steine bleiben“ ist ein seit dem Schuljahr 2016/17 ein in Bildungspartnerschaft durchgeführtes Projekt des Burggymnasiums, der UNESCO-Schule, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., des Hauses der Essener Geschichte/Stadtarchiv und des Historikers Thomas Hammacher von der Agentur Scopium.

 

Die am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler der Jahr-gangsstufe Q2 recherchieren und erarbeiten die Biografien Essener Bürgerinnen und Bürger, die in den Jahren 1940 bis 1945 durch die Nationalsozialisten in verschiedenen Konzentrationslagern ermordet wurden und deren Gräber sich auf Essener Friedhöfen befinden. Ziel des Projektes ist es, diese Grabstätten als historische Lernorte zu erschließen und als Orte des Austausches über die Geschichte des Nationalsozialismus und der aus ihm gewonnenen Lehren, z.B. in Hinblick auf den Umgang mit aktuellen gesellschaftlichen Konflikten, zugänglich zu machen. Die Geschichten der Essener Bürgerinnen und Bürger, die von den Nationalsozialisten u.a. als „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden, sollen mithilfe des Projektes in das öffentliche Bewusstsein und Erinnern gerückt werden. Das Projekt weist dabei besondere erinnerungs-politische Aktualität auf, da der Deutsche Bundestag am 13. Februar 2020 beschloss, dass diesen „vergessenen Opfergruppen“ ein „angemessener Platz im staatlichen Erinnern“ verschafft werden müsse.

 

Unter der wissenschaftlichen Anleitung und Begleitung von Thomas Hammacher erarbeiten die Schülerinnen und Schüler bisher noch unerforschte Lebensläufe Essener Bürgerinnen und Bürger in ihrem historischen Kontext. Die im Rahmen des Projektes gemachte praktische Erfahrung historischen Arbeitens ermöglicht Schülerinnen und Schüler dabei im Vergleich zum regulären Geschichtsunterricht eine besonders intensive und erfolgreiche Schulung methodischer und historischer Kompetenzen. Sie erhalten Einblick in die historische Arbeit und die beteiligten Archive und Gedenkstätten. Zudem wird ihr kritischer Umgang mit Quellen sowie historischen Darstellungen gefördert und sie üben ihre eigenen Fragen an die Geschichte zu stellen. Über die Biografien und konkreten Schicksale der Zeit des Nationalsozialismus erhalten die Schülerinnen und Schüler einen besonderen Zugang zu der für sie weit zurückliegenden Zeit und entwickeln individuelle Wege, mit dieser Vergangenheit umzugehen. Sie tragen zu dem Erinnern an diese Vergangenheit bei und ziehen persönliche Lehren für die Gegenwart und Zukunft.

 

In diesem Schuljahr (2019/2020) wurde zusätzlich neben den recherchierten Biographien noch eine Ausstellung, die die Ergebnisse der bisherigen Projektarbeit darstellt, erstellt.

Im Rahmen dieser Ausstellung wurden u.a. die Arbeitsschritte und Reflexionen der Schülerinnen und Schüler und die aktuelle politische Diskussion dokumentiert. 



Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg

Im Rahmen der Bildungspartnerschaft mit dem Haus der Essener Geschichte entstand ein beeindruckendes Projekt: 

"Verpflegung war mickrig, arbeiten musste man schwer". Vom (Über-)leben russischer Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Essen

 

Dessen Ergebnisse wurden am Samstag, dem 27. Februar 2016, in der ehemaligen Luisenschule in Form einer Lecture Performance präsentiert. Sehen Sie im Video einige Impressionen.

Unter Begleitung der Archivpädagogin Frau Josten und der Kursleiterin Frau Sternberg hatte sich der Geschichtszusatzkurs am konkreten Beispiel der Stadt Essen mit dem Thema "Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg" befasst. 

 

Dabei konnten die SchülerInnen sowohl auf das bereits aufgearbeitete Quellenmaterial - vor allem Briefe der Betroffenen im Rahmen des Entschädigungsverfahrens - zurückgreifen, als auch unter fachkundiger Begleitung weitere Textquellen erschließen. Ein Glücksfall war es, dass sich vier russischsprachige SchülerInnen in der Lerngruppe befanden, die zahlreiche, bislang nicht übersetzte Briefe der Betroffenen erschließen konnten. 

Die Gruppe setzte sich zudem mit dem Themenkomplex "Zwangsarbeit" kreativ auseinander, sodass ein eigenständiges Produkt entstanden ist, welches über die bloße "Inszenierung von Geschichte" hinausgeht.

 

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier: 

Monika Josten und Brigitte Sternberg: "Verpflegung war mickrig, arbeiten musste man schwer". Vom (Über-)leben russischer Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Essen. In: Archivar 2 (2016). S. 135-138.



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